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16.08.2022

Die Eingewöhnung der Katze nach einem Umzug

Für uns wie für unsere Haustiere ist ein Umzug keine Kleinigkeit. Nicht nur ist das Lebensumfeld plötzlich ein ganz anderes, auch die Gewohnheiten müssen sich oft ändern. Katzen macht der Stress, der mit diesen Veränderungen einhergeht, ganz besonders zu schaffen.

Wodurch erklärt sich der Stress, der durch den Umzug verursacht wird?


Ein Umzug bedeutet eine Änderung des Lebensraumes und der Gewohnheiten der vergangenen Monate oder sogar Jahre. Die Katze ist gezwungen, alles zurückzulassen: ihr gewohntes Umfeld, ihre Rückzugsorte und Verstecke, das mit ihren Pheromonen markierte Revier. Da Katzen sehr territoriale Tiere sind, die sich an eine feste Hierarchie halten, haben sie klar abgegrenzte Reviere. Ein Umzug bedeutet, dass das Tier mit den Katzen der neuen Nachbarschaft erst sein Revier aushandeln muss.

Die Änderung des Lebensumfeldes kann eine Katze mehr oder weniger hart treffen. Man muss sich bewusst sein, dass der Wechsel von einem Haus mit Garten in eine Wohnung ohne Zugang ins Freie für eine Katze natürlich besonders belastend ist.

Wie äussert sich der Stress bei einer Katze?

Bei der Ankunft in einem neuen Wohnraum verbringt die Katze in der Regel den ganzen ersten Tag damit, alle Zimmer der Wohnung zu erkunden. Sie untersucht die Räumlichkeiten und versucht, allfällige Verstecke und hochgelegene Plätze zu finden, in denen sie sich sicher fühlen kann. Hat sie Zugang ins Freie, muss sie sich ebenfalls die Zeit nehmen, um sich an ihre neuen Nachbarn – egal, ob Hunde oder Katzen – zu gewöhnen.

Manche Tiere fühlen sich schon nach ein paar Tagen im neuen Zuhause wohl, andere haben grössere Schwierigkeiten, sich einzugewöhnen. Kommt die Katze mit der neuen Situation nicht zurecht, kann es sein, dass sie sich andauernd versteckt und knurrt oder faucht, wenn man sich ihr nähert. Es kann aber auch sein, dass sie beginnt, ihr Geschäft ausserhalb des Katzenklos zu verrichten, und allgemein schlechter beisammen ist.

Wie kann man der Katze helfen?

Wir haben Ihnen eine hilfreiche Checkliste zusammengestellt, damit Sie nichts vergessen. Sie finden sie am Ende des Katzenmagazin-Artikels.
Bei einem Umzug ist es wichtig, schrittweise vorzugehen, um das Tier möglichst nicht zu überfordern. Das Wichtigste ist, dass alle Bau- und Einrichtungsarbeiten erledigt sind, bevor die Katze in die neue Wohnung gebracht wird. Nach der Ankunft sollte die Katze in ihrem eigenen Tempo und ohne Zwang auf Erkundungstour gehen können. Damit sie sich sicher fühlt, ist es ratsam, die Transportbox in jenem Raum offen stehen zu lassen, in dem sich die meisten ihrer Sachen befinden. Am besten ist es, alle alten Sachen der Katze, also Korb, Katzenklo sowie Futter- und Wassernapf, zu behalten, damit sie sich leichter zurechtfinden kann. Bei der Eingewöhnung hilft der Katze auch, wenn die Gewohnheiten des alten Wohnortes beibehalten werden, also die Fütterungszeit sowie die Spiel- und Kuscheleinheiten. Hilfreich ist auch, den Wohnraum mit Kratzbäumen und Verstecken auszustatten.

Es kann nach einem Umzug mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich die Katze eingewöhnt hat. Daher ist es wichtig, geduldig zu sein und mit Verständnis auf die verschiedenen Symptome der Belastung des Tieres zu reagieren. Durch Pheromon-Verdampfer kann das Unbehagen mancher Katzen gemildert werden.

In gewissen Situationen ist es sogar möglich, dass sich die Katze nie eingewöhnt, zum Beispiel beim Wechsel von einem Haus mit Garten in eine Wohnung. In diesem Fall kann es für das Wohl der Katze am besten sein, für sie ein neues Zuhause zu finden, das ihr geben kann, was sie braucht.